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Komplexe Aufgabe für Stochastik

Auf der Internetseite dieser Bar habe ich ein Angebot für Cocktails entdeckt. Die Cocktailkarte enthält mehrere Angebote auf einen Blick. Eins ist besonders spannend: Erwürfle Dienstags den Cocktailpreis!

Unterrichtsidee für eine komplexe Aufgabe ab Jahrgang  7/8: „Bewerte das Angebot / die Angebote.“

 

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Ich schreib nieeeee wieder von der Tafel ab!

Als Referendarin habe ich Verantwortung, z. B. habe ich große Verantwortung für schöne, ordentliche Schulhefte. Nicht, dass mir selbst das immer so präsent wäre, aber meine Schülerinnen (ja, die besonders!) erinnern mich immer wieder mal liebevoll daran. Es fängt an mit den Farben: „Frau Nebenrechnung! Ich habe aber gar keinen lila Stift dabei. *trauermiene* Kann ich auch grün nehmen??“ Während ich in den ersten Wochen noch dachte, dass es doch völlig Schnuppe sei, welche Farbe nun, gehen meine Gedankengänge nun eher so:

  • Warum zum Kuckuck habe ich lila genommen?!
  • Grün? Grün werden nachher die Nenner unterstrichen! Das geht nicht.
  • Vielleicht blau.. nein, zu tintenähnlich.
  • Gelb? Sieht man kaum.
  • Rot? Merksatzrahmenfarbe..
  • Braun? Hässlich..
  • Ratlosigkeit..

„Nimm einfach braun! :-)“ – „Hab ich auch nicht.“ Aber die Farben sind noch das geringere Problem. Kürzlich habe ich mich entschieden, doch mal mehr schülerzentrierten Unterricht zu machen. Teil davon war das Formulieren einer kleinen Schrittfolge von mathematischen Operationen, um Brüche zu subtrahieren. Nun sagen Schüler manchmal Dinge, die zwar einleuchtend und für jeden total nachvollziehbar, aber leider formal nicht ganz richtig sind. Ich habe also dezent Begriffe umformuliert und irgendwas an der Tafel notiert. Aus dem wunderschönen, kurzen und verständlichen Satz war ein kleines Monstrum erwachsen, das sich an der Tafel platziert hatte. Die Schüler schrieben bereits fleißig. Im Hintergrund saß mein Team Teacher. Ich musste ihn gar nicht angucken und wusste, dass ihm die Haare zu Berge standen. Ich bat ihn in meiner leisen Verzweiflung um eine schickere Formulierung und natürlich hatte er eine parat. Mutig verwies ich das Monstrum der Tafel und schrieb einen ordentlichen, wohlformulierten Satz an die Tafel. Ein GROSSER Fehler!

Merke: NIE-NIE-NIEMALS wische etwas ab, das länger als 2 Sekunden an der Tafel stand. Du bekommst die Quittung:

  • Häää?! Oah man! Soll ich das jetzt wegkillern oder wie?! (ein Schüler)
  • Mannooo! Frau Nebenrechnung schreibt immer was Falsches an die Tafel!! Ich schreib NIEE WIEDER etwas von der Tafel ab! (eine Schülerin)
  • Nie wieder schreib ich was von der Tafel ab! (dieselbe Schülerin, ich stehe noch mit dem Rücken zu ihr)
  • Nie, nie, nie wieder! (immer noch)
  • (ich drehe mich um) Bei Ihnen schreibe ich NICHTS mehr ab!

Durchatmen. Manchmal, denke ich, sind sie vielleicht doch nicht ganz so süß… „Hab ich schon gehört. Dann musst du dir wohl alles so merken. :-)“

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Mathematische Abenteuer im Dorf Bruchtal

Brüche im Dorf Bruchtal

Ich habe das große Glück gerade eine 6. Klasse im Thema Brüche unterrichten zu dürfen. In „meiner“ Klasse sind die Kinder mittlerweile mit Addition von gleichnamigen und ungleichnamigen Brüchen vertraut, aber leider sind noch nicht alle richtig fit. Und ich glaube, so einen richtigen Klick, was das mit den Brüchen eigentlich alles so soll, hat es auch noch nicht bei allen gegeben. Daher habe ich nach einem griffigen und anschaulichen Beispiel gesucht und so kam ich auf mein Dorf Bruchtal.

Dorf-Bruchtal-Spiel

Das isometrische, rastergrafische Dorf (erstellt mit Inkscape unter Zuhilfenahme von frei verfügbaren isometrischen Icons) soll durch Abzählen der einzelnen Kacheln als Erarbeitungsstrategie und/oder als Überprüfung von Berechnungen mit Brüchen dienen. Die Straße im Dorf besteht aus grau und rosa eingefärbten Kacheln, wobei eine rosa eingefärbte Kachel den Anfang eines neuen Kilometers anzeigt. In diesem Bild entsprechen 12 Kacheln  einem Kilometer. Die 12 ist besonders nützlich, da man sie ganzzahlig durch 2, 3, 4 und 6 teilen kann und sie noch sinnvoll abzählbar ist.

Das Dorf könnt ihr hier ohne Text als pdf-Datei herunterladen. Die nichtkommerzielle Nutzung und Weitergabe ist ausdrücklich erlaubt (aber über einen Kommentar, wie/wo ihr es verwendet, würde ich mich sehr freuen!): Dorf Bruchtal

dorfBruchtal

Schulsportfest-Spiel

Die Kinder bekommen zu zweit ein laminiertes Spielfeld, zwei Spielfiguren sowie 2 Würfel. Die Würfel werden geworfen und der kleinere Wert zum Zähler, der größere zum Nenner erklärt. Der Bruch gibt an, wie viele Kilometer gelaufen werden sollen. Zeigt der größere gewürfelte Wert eine 5 (12 ist nicht ganzzahlig durch 5 teilbar), so muss man aussetzen.

Beispiel: Geworfen werden eine 6 und eine 2. Die 2 wird zum Zähler, die 6 zum Nenner. Man muss also 2/6 km gehen. Das sind erweitert 4/12 km. Man zieht also 4 Felder weiter. Werden eine 1 und 5 geworfen, wäre die 5 der Nenner. Hier muss der Spieler aussetzen. Nur 5 und 5 oder 5 und 6 können gesetzt werden, wenn eine 5 beteiligt ist.

Das Ziel des Spiels ist, dass die eigene Figur als erstes eine komplette Runde von der Schule bis zurück zur Schule gelaufen ist. Daher eignet sich sehr gut die Rahmengeschichte, dass es im Rahmen eines Schulsportfestes um einen Wettlauf durch das Dorf geht.

Die Kinder können hier spielerisch das Erweitern von Brüchen (allerdings ausschließlich auf Brüche mit dem Nenner 12) üben. Die Kinder werden sich dabei vermutlich gegenseitig sorgfältig kontrollieren, da es für den Gegenspieler von Nachteil ist, wenn der Spielpartner zu weit geht und es für den Spieler selbst nachteilig ist, zu wenig Schritte zu gehen.

Der Aufgabenzettel dazu kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden: Sportfestaufgaben (Achtung: das Bild zum Anklicken unten ist eine png-Datei!)

sportfest_aufgaben

Abenteuer Schulweg

Auch die Wohnorte der Bruchtal-Schüler bieten Anlass, den Umgang mit gemischten Brüchen (erkennen, addieren/ subtrahieren, multiplizieren) zu thematisieren:

  • Darstellen: Max muss jeden Tag 1 1/6 km zu Fuß gehen bis er zu Hause ist.
  • Erkennen: Anton wohnt im Haus rechts neben Max. Wie weit ist sein Schulweg?
  • Subtraktion: Julias Bus fährt 4 1/3 km und damit leider zu weit. Sie muss den Weg dann noch 1/2 km zurücklaufen, um zu Hause anzukommen.
  • Multiplikation: Geht Hannah doppelt so weit wie Max, steht sie genau vor ihrem Kinderzimmerfenster.
  • Division: Geht man genau die Hälfte von der Schule zum See, so steht man direkt an der Ecke des Hauses eines der Schulkinder.

Welche Kachel für welchen Ort genau gemeint ist, sollte man allerdings auf jeden Fall markieren – insbesondere dann, wenn andere Aufgaben darauf aufbauen. Einige der Beispiele für ein solches Aufgabenformat sind in Das Zuhause der Bruchtalschüler zu finden.

zuhauseDerSchueler_aufgaben

Abenteuer Fahrradtour

Im Moment überlege ich, wie man eine Fahrradtour unterbringen kann. Hier kann man z. B. Multiplikationen üben, indem Wünsche der Kinder sind, z. B. immer nach 1 1/5 km eine Pause zu machen, zu schauen, ob sie bei der 3. Pause am See landen usw. Verbinden kann man das mit dem Packen von Rucksäcken: Jedes Kind soll einen 3/4 Liter Wasser während des Ausflugs trinken. Toni trägt schon Verbandsmaterial und Werkzeug. Wie können die Getränke gerecht auf die 3 anderen der 4 Kinder aufgeteilt werden? (Julias Mutter gibt den Tipp, größere Flaschen zu verwenden).

Andere Themen

Insgesamt bietet ein isometrisches, rastergrafisches Dorf, so glaube ich, viele Gesprächsanlässe und Raum für eigene Fragen der Kinder. Später kann man auch Flächen gut an solchen Dörfern betrachten: Grundstücksgrößen, grob geschätzte Größe eines Sees, Sportplatzgröße usw. …

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Neulich im Vertretungsunterricht

Vertretung in Klasse 6. Die Kids sind wirklich süß und haben vom zu vertretenden Fachlehrer Aufgaben bekommen, die sie halbwegs brav bearbeiten. Ab und an summt es an einigen Gruppentischen. Das klärt sich schnell auf: Bläserklasse. Nachdem geklärt ist, dass wir Mathe haben und nicht etwa Musik, gibt es tatsächlich immer wieder kleine Momente konzentrierter Arbeit. Bis mich irgendwann ein Schüler leise darauf aufmerksam macht, dass 45 Minuten vorbei seien (unterrichtet wird 90 Minuten im Doppelstundenmodell) und dass ihr Fachlehrer nach 45 Minuten immer eine 15-Minuten-Pause machen würde… 15 Minuten?! Das kann ich selbst als unerfahrene Referendarin nicht glauben und frage, clever wie ich mich fühle, mal in der hinteren Reihe bei einem Mädchen nach. Diese erklärt mir, es wären nur immer so 5-10 Minuten. Aha! Weil ich ja eine nette Referendarin bin, bekommen sie eine großzügige 10 Minuten-Pause und ich bin stolz, diesen kleinen Versuch, mich auszutricksen, erkannt zu haben.

Am Abend schreibe ich dem Fachlehrer eine Nachricht über die Stunde und erzähle vom Versuch mit der 15-Minuten-Pause, und ganz stolz, dass ich nicht drauf hereingefallen wär.

Seine Antwort: „Wir machen nie eine Pause in der Doppelstunde.“

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99 Tage Referendariat

Heute ging der 99. Tag des Referendariats zuende. Es ist Zeit für eine Zwischenbilanz. Morgen, am 100. Tag, werde ich zur Feier des Tages zufällig sogar einen komplett schulfreien und seminarfreien Tag haben 🙂 So etwas ist wirklich eine Rarität! Aber los gehts:

Ist das Referendariat bis hierhin anstrengend gewesen?

Ohja, sehr. Ich meine nicht, dass es negativ stressen würde. Aber es nimmt sooooo viel Zeit in Anspruch. Ich möchte die meisten Wochenenden intensiv mit meinem Partner verbringen, ohne vorbereiten zu müssen. Das klappt nicht immer, aber damit es wenigstens meistens klappen kann, arbeite ich unter der Woche quasi non-stop. Ich gebe zu, dass das nicht immer maximal effizient passiert, aber so ist das eben. Andererseits ist diese Arbeit eine, die mir bisher sehr viel Spaß macht. Insgesamt bin ich also nicht (negativ) gestresst, sondern schlicht seeeeehr viel beschäftigt, was ihr vielleicht auch an den rar gesäten Beiträgen hier bereits vermuten konntet.

Sind die Fachleiter und pädagogischen Leiter vom Seminar erträglich?

Das sind sie. Anders als in den Horrorbeiträgen, die ich im Vorfeld in Foren fand, sehe ich hier alle Seminarangehörigen, mit denen ich bisher zu tun hatte, als sehr freundliche und umgängliche Menschen an (erinnert mich bitte in Prüfungssituationen noch mal daran, falls ich es dann anders sehen sollte!). Mit einigen kann man spät Abends noch telefonieren, wenn irgendwo der Schuh drückt, einige nehmen sich viel länger als sie müssten, Zeit, um Unterrichtsbesuche nachzubesprechen, wieder aufzubauen, wenn mal etwas daneben ging oder um Unsicherheiten zu glätten. Ich merke ganz klar an vielen Stellen, dass hier Menschen wollen, dass ich etwas lerne.

Wie anstrengend sind Schüler?

Ich liebe Kinder, ganz besonders auch die Kleinen. Aber ganz ehrlich: je jünger, desto platter bin ich nach der Stunde. Sechstklässler können sooo wuselig sein! Nicht, dass mir das neu wäre, aber nach 90 Minuten sehe ich ihre Energie manchmal in einem etwas anderen Licht als noch zuvor. Andererseits sind gerade die Jüngeren mitunter noch unglaublich süß. An unserer Schule gab es eine Nikolausaktion, die die Schülervertretung jährlich organisiert. Für einen Euro kann man als Schüler einen Nikolaus für jemanden kaufen. Aus meinem 6. Klasse-Mathekurs hat tatsächlich jemand an mich gedacht ❤ Das lässt mein Referendarinnen-Herz gleich einmal hüpfen.

Wie anstrengend sind Kollegen und Kolleginnen an der Schule?

In Hospitationen finde ich es manchmal wirklich anstrengend. Die Lehrer haben ein Bild und ein Ziel vor Augen und sie haben ihre eigenen Strategien. Ich selbst komme mir dann manchmal wie ein eingedrungener Fremdkörper vor, der die natürliche Ordnung gefährlich ins Wanken bringt. Das ist auch nicht abwegig. Schließlich können selbst gehaltene Stunden in einer eher fremden Klasse auch mal ordentlich an die Wand gehen (ich spreche da leider aus persönlicher Erfahrung). Dann ist natürlich auch der Umgang mit entsprechenden Kollegen schwer, besonders wenn ich in diese Spirale komme, dass ich glaube, der Kollege könnte jetzt diesdasjenes von mir denken, ich mich mehr unter Druck setze und in jedem Mini- oder Nicht-mal-Signal meine Erwartungen bestätigt sehe, um dann in Zukunft tatsächlich schlechtere und schlechtere Leistungen zu bringen. Das belastet, aber liegt eben nicht am Kollegen, sondern in meinen Augen an zu wenig Zeit für gemeinsame Aufarbeitung der Stunden. Anders als bei Unterrichtsbesuchen (die ausführlich gemeinsam reflektiert werden), ist eine Stunde bei einem Kollegen häufig (jedenfalls bei mir) kurz zwischen Tür und Angel angerissen und dann geht der übliche Schulbetrieb weiter und ich bin mit meinen Unsicherheiten und Ängsten allein. Auf der anderen Seite – wenn ich nicht (aktiv) hospitiere, sondern mich nur mit Lehrern kurzschließe – dann ist das sehr, sehr entlastend. Man kann so viele Anregungen und Unterrichtsideen mitnehmen und das tut wirklich sehr gut. Bisher waren auch alle Kollegen sehr hilfsbereit und freundlich. Mit meiner Schule habe ich es da wirklich sehr gut getroffen! 🙂

Wie läuft es mit den anderen Referendaren? Gibt es eine Ellenbogenmentalität?

Ich habe noch nicht eine Einzige schlechte Erfahrung mit Mitreferendaren gesammelt. Ich denke, wir sitzen alle in einem Boot. Die einen etwas dichter, andere etwas weiter voneinander entfernt. Wir besuchen uns gegenseitig und wenn die Zeit mal passt, besprechen wir auch untereinander im Vorfeld oder danach gemeinsam Unterrichtsbesuche. Das finde ich wertvoll und bisher noch viel zu selten. Ich hoffe, dass ich bald noch häufiger als bisher dazu komme. Denn ich glaube, dass man besonders an unterschiedlichen Ideen und Sichtweisen wachsen kann, und davon gibt es unter Referendaren ja sehr viele.

Und sonst so?

Wie „und sonst?„. Etwas überspitzt formuliert: Es gibt kein „Sonst“. Ich bin rund um die Uhr mit dem Referendariat beschäftigt und am Wochenende damit, nach Hause zu pendeln und den Samstag und Sonntag mit meinem Freund zu genießen. Für mehr ist gerade kaum Raum. Ich frage mich, ob es anderen Referendaren auch so geht.

Würde ich noch einmal ins Referendariat starten, wenn ich mit den jetzigen Erfahrungen die Zeit zurückdrehen könnte?

Ja, ja und nochmals ja! Es war die beste Entscheidung nach jetziger Sicht, mich für genau diesen Weg zu entscheiden und nicht als Informatikerin in einer Firma zu arbeiten. Ich genieße das Referendariat bisher trotz der arbeitsintensiven Zeit ganz besonders und ich merke selbst, welche Fortschritte ich mache. Es ist (noch?) schön, die eigene Entwicklung so stark wahrzunehmen und für so viele Ebenen sensibilisiert zu werden, die Unterrichten mit sich bringt. Ich habe Spaß an den Schülern, am Seminar (ja, ehrlich! 😀 Wahrscheinlich fühlen sich Mitreferendare schon genervt, weil ich so viel mitarbeite), an den meisten Strukturen an der Schule usw. Das Einzige, was mir wirklich schwerfällt, ist, dass ich sooo wenig Zeit für meinen Partner, meine Familie und meine Freunde habe 😦 Meine Hoffnung ist, dass das nach dem Referendariat besser wird. Ich denke an euch und in den Sommerferien werde ich versuchen, gaaaaanz viel nachzuholen!

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Klicksafe – Sicherheit im Netz

Auf die Anregung eines Mitreferendars hin möchte euch heute eine Seite mit Materialien aus dem Bereich Informatik und Gesellschaft vorstellen (klicksafe.de). Auf dieser Seite könnt ihr viel zum Thema Sicherheit im Netz finden – auch in meinen Augen sehr schönes Material für Lehrer.

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Kurz vorweg: Der Safer Internet Day. Dieser Tag wird stark von Klicksafe beworben, initiiert und koordiniert und findet als nächstes am 10.02.2015 statt: http://www.klicksafe.de/ueber-klicksafe/safer-internet-day  Es lohnt sich sicher, auch hier mal reinzuschauen und eventuell einige Aktionen für diesen Tag auch an der eigenen Schule anzuregen.

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Nun aber einige Worte zu ausgewählten Materialien, die ich teilweise schon benutzt habe und auch weiterhin benutzen werde.

 

Materialvorstellung 1: Urheberrecht – Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt

Das 72-seitige Zusatzmodul Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt (Zusatzmodul zum „Lehrerhandbuch: Knowhow für junge User„) enthält  viel Informationsmaterial speziell zum Thema Urheberrecht, während das 288 Seiten starke Lehrerhandbuch alle möglichen Themen umfasst. Im Zusatzmodul sind Grundlagen, Arbeitsblätter und methodisch-didaktische Hinweise enthalten, die auch verschiedenste Methoden abdecken (z. B. Placemat, Kugellager, …). Außerdem gibt es zahlreiche weiterführende Linktipps.

In den Grundlagen werden u. a. das Urheberrecht im Allgemeinen, Nutzungsrechte, Verwertungsgesellschaften (wie die GEMA) und Creative Commons vorgestellt, Unterschiede zwischen Streaming, Downloads und Tauschbörsen und Abmahnungen sowie sinnvolles Verhalten nach Erhalt einer Abmahnung thematisiert. Auch eigene kreative Werke werden rechtlich „beleuchtet“ (Sind Musik-Remixes erlaubt?).

Die Arbeitsblätter beinhalten u. a. Aufgaben zum Kennenlernen und Nachdenken über das Urheberrecht, über die Bedeutung des Urheberrechts bei der Anfertigung von Referaten (Darf ich Folien mit nicht-freien Bildern im Unterricht zeigen und evtl. in Form eines Handouts an die Mitschüler geben?) oder innerhalb von Social Communities (Darf ich innerhalb von speziellen Gruppen Fotos meines Lieblingsstars hochladen?), geben Einblicke in Creative Commons und Tipps an die Hand, wie und wo man Bilder/Musik/Videos finden kann, die man unter bestimmten Bedingungen verwenden darf. Insgesamt könnt ihr dort 8 Arbeitsblätter (teilweise für mehr als eine Unterrichtsstunde von 45min) sowie ein Projekt und Quiz finden. Lösungen zu den Arbeitsblättern sind ebenfalls vorhanden.

 

Materialvorstellung 2: Datenschutz und Persönlichkeitsrechte – Ich bin öffentlich ganz privat.

Ich bin öffentlich ganz privat (ebenfalls ein Zusatzmodul zum Lehrerhandbuch). Hier gibt es Grundlagen zu verschiedenen Datenschutzgesetzen (Bundesdatenschutzgesetz, Telemediengesetz) und wichtigen Begriffen um den Datenschutz (Recht am eigenen Bild), technische Erklärungen (Verlauf/Chronik, Cookies, Flashcookies, Biometrische Daten in Chipkarten), Tipps beim Umgang mit Verletzungen verschiedener eigener Rechte (von Meldefunktionen bis Datenschutzaufsichtsbehörde), Tipps zum Umgang in Netzwerken, und wieder zahlreiche Linktipps, Arbeitsblätter und methodisch-didaktische Hinweise. Insgesamt sind Arbeitsblätter für 9 skizzierten Einzelstunden und ein vertiefendes Projekt enthalten. Auch hier sind Lösungen enthalten.

 

Weitere Themen

Es lohnt sich ein Blick auf weitere Themen, die ich hier aufgrund der fortgeschrittenen Zeit 🙂 nicht näher ausführen möchte. Aber diese Materialsammlungen solltet ihr euch ansehen:

Auch für Elternabende und Schulaktionen (Thematisierung von Mobbing, Pornographie, Computerspielsucht, ...) sind etliche Materialien und Hinweise und weiterführende Adressen vorhanden. Zahlreiche Materialen sind außerdem zusätzlich in englischer, russischer, türkischer und/oder arabischer Sprache verfügbar.

 

Alles in allem findet ihr auf klicksafe.de zahlreiche sehr sorgfältig, umfangreich und ansprechend gestaltete Materialien für die Schule, aber auch für den Privatgebrauch.

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Allein, es fehlt die Zeit. Nagut, nicht allein.

Neben der Zeit fehlt es dann noch an der Erfahrung, an der Disziplin (der eigenen und der der Schüler), am Blick, der zwar peripher sein mag, bei dem ich aber trotzdem nichts sehe, an der eigenen Sicherheit, an der Ruhe, die ich ausstrahle, während ich meine Stundenplanung nicht etwa den Bach runtergehen, sondern im reißenden Fluß davonrasen sehe, an Struktur, an doppelt so vielen Händen, dreimal so vielen Augen und zehnmal so vielen Ohren… irgendwie also an allem irgendwo.

Heute stand ich das erste Mal ganz allein vor der 6. Klasse. „Sie haben Beta vergessen!“ .oO(Oh, ups. Recht hat er!) „Das ist ein Stufenwinkel“ – „Nein. [Pause] Doch. Sehr gut.“ .oO( Was zum Kuckuck… )  „Jede Gruppe müsste nun Dreiecke zum Ausprobieren haben“ – „Naaaiiein! Wir haben noch keine!“ .oO( Wie konnte ich die Gruppe übersehen?!) Während ich das so schreibe, wirkt das sehr banal. Der ein oder andere mag glauben „Waaas? Und so jemand darf vor der Klasse stehen?!“. Habt Geduld mit mir. Während ich mit „M, sei bitte still. B, leg das Geodreieck weg. A, guck nach vorne, das ist wichtig!“ beschäftigt bin und gleichzeitig denke „Wie liegen wir in der Zeit? Ist es wirklich schon so spät? Muss ich was kürzen? Soll ich D. auch ermahnen? Sollte ich lauter reden oder vielleicht ganz leise, damit es ruhig wird? Wo ist denn jetzt der Zettel mit der Aufgabe, die ich gleich anschreiben wollte?!“, geht leider noch einiges verloren, das ich so schön strukturiert geplant und auf bunte und weniger bunte Zettel als Orientierung für mich geschrieben hatte.

Mein Fachleiter hat beim ersten Unterrichtsbesuch ein schönes Bild benutzt: Unterricht ist anfangs ähnlich wie das Fahrenlernen in der Fahrschule. Die ersten Male ist man so mit Gas geben, Schalten und Bremsen beschäftigt, dass man nur 3m vor das Auto gucken kann und kaum etwas wahrnimmt. Erst mit der Zeit weitet sich der Blick, wenn viele Dinge ganz automatisch ablaufen. Dafür braucht man Zeit, Übung und Geduld und einen Fahrlehrer.